Beethoven, Klavierkonzert Nr. 5 Es-Dur op. 73

Aus dem Wiener Musikverein mit Karl Böhm, Wiener Philharmoniker, Maurizio Pollini

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Beschreibung

Maurizio Pollini, 1942 in Mailand geboren, gewann 1960 den 1. Preis beim Frédéric-Chopin-Klavierwettbewerb in Warschau. Danach wies er alle Konzertangebote zurück, um weiterzustudieren, und trat ein Jahr lang nicht auf. Nach dieser Zeit der Vervollkommnung begann seine großartige Karriere, und seitdem ist Maurizio Pollini ständiger Gast in den Musikzentren der Welt. Seine Konzerte sind stets lange im voraus ausverkauft; er gilt als einer der hervorragendsten Pianisten unserer Zeit. Als "ernster Mensch, der die Bequemlichkeit scheut" (Pollini über sich selbst) arbeitet er wie besessen an seiner faszinierenden Perfektion. Pollinis weites Repertoire umfaßt Werke von Bach bis zu zeitgenössischen Komponisten. Schwerpunkte sind Chopin, Beethoven, Schubert und das 20. Jahrhundert. Er hat zahlreiche Schallplattenaufnahmen gemacht und wurde mit vielen bedeutenden Preisen ausgezeichnet. Doch Pollini ist nicht nur ein Superstar des Klaviers, sondern auch ein gesellschaftlich engagierter Künstler, der sich oft zu aktuellen politischen Themen geäußert hat. Pollini konfrontiert sein Publikum gerne mit Musik unserer Zeit - Boulez, Nono, Stockhausen und andere vornehmlich italienische Komponisten. Er begreift die abendländische Musik als eine geschichtliche Einheit, die sich kontinuierlich weiterentwickelt hat: "Von den alten Meistern zu Luigi Nono ist es gar nicht so weit". Als Maurizio Pollini 1996 den renommierten Siemens-Musikpreis erhielt, hieß es in der Begründung treffend, in seinem Spiel verbänden sich "souveräne technische Meisterschaft, erlesener Geschmack, selbstverständliches, waches Formgefühl und eine tiefe Verantwortung gegenüber dem Notentext". Ludwig van Beethovens innerlich und äußerlich größtes Klavierkonzert entstand 1809. Der erste Satz ist ein großräumiger Marsch, der ausdrücklich mit einer weit ausholenden Kadenz des Solisten beginnt, einem Appell an die Öffentlichkeit. Die Macht der Töne ergreift im Finale, einem Reigengesang im Sinne der französischen Revolutionsmusik, die Idee der Freiheit, während der langsame Mittelsatz, eine feierliche instrumentale Ode, den klassischen Wechselgesang im Sonne von Chor und Vorsänger enthält, bei dem es um das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft geht. Das Fünfte Klavierkonzert bedeutet eine Zusammenfassung der gegensätzlichen Kräfte, wie sie die Musiksprache Beethovens insgesamt umfassen. Das Werk wurde am 28. November 1811 in Leipzig uraufgeführt. Diese Aufnahme entstand im Wiener Musikvereinssaal.

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