Beethoven, Klavierkonzert Nr. 3 c-Moll op. 37

Aus dem Wiener Musikverein mit Karl Böhm, Wiener Philharmoniker, Maurizio Pollini

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Beschreibung

Maurizio Pollini, 1942 in Mailand geboren, gewann 1960 den 1. Preis beim Frédéric-Chopin-Klavierwettbewerb in Warschau. Danach wies er alle Konzertangebote zurück, um weiterzustudieren, und trat ein Jahr lang nicht auf. Nach dieser Zeit der Vervollkommnung begann seine großartige Karriere, und seitdem ist Maurizio Pollini ständiger Gast in den Musikzentren der Welt. Seine Konzerte sind stets lange im voraus ausverkauft; er gilt als einer der hervorragenden Pianisten unserer Zeit. Als "ernster Mensch, der die Bequemlichkeit scheut" (Pollini über sich selbst) arbeitet er wie besessen an seiner faszinierenden Perfektion. Pollinis weites Repertoire umfaßt Werke von Bach bis zu zeitgenössischen Komponisten. Schwerpunkte sind Chopin, Beethoven, Schubert und das 20. Jahrhundert. Er hat zahlreiche Schallplattenaufnahmen gemacht und wurde mit vielen bedeutenden Preisen ausgezeichnet. Doch Pollini ist nicht nur ein Superstar des Klaviers, sondern auch ein gesellschaftlich engagierter Künstler, der sich oft zu aktuellen politischen Themen geäußert hat. Pollini konfrontiert sein Publikum gerne mit Musik unserer Zeit - Boulez, Nono, Stockhausen und andere vornehmlich italienische Komponisten. Er begreift die abendländische Musik als eine geschichtliche Einheit, die sich kontinuierlich weiterentwickelt hat: "Von den alten Meistern zu Luigi Nono ist es gar nicht so weit". Als Maurizio Pollini 1996 den renommierten Siemens-Musikpreis erhielt, hieß es in der Begründung treffend, in seinem Spiel verbänden sich "souveräne technische Meisterschaft, erlesener Geschmack, selbstverständliches, waches Formgefühl und eine tiefe Verantwortung gegenüber dem Notentext". Beethovens Ausdrucksmittel für "Sturm und Drang" war c-Moll - in dieser Tonart schrieb er seine dramatischsten und heroischsten Werke, darunter die 5. Symphonie und die Klaviersonate op. 13, seine berühmte "Pathétique". Das um 1800 entstandene Klavierkonzert ist von einer emotionalen Intensität, die es zu einem der ersten von Beethovens reifen und charakteristischen Hauptwerken macht. Als ob er zeigen wollte, daß die Klaviatur für seine Ideen zu beschränkt war, überarbeitete Beethoven einen Teil des Klavierparts im Jahre 1804, um die zusätzlichen Töne zu integrieren, die zu Beginn des neuen Jahrhunderts an die Tastatur angefügt worden waren. Das einfache, aber dennoch bestimmte Thema der Einleitung zum 1. Satz behandelt er mit kühner Erfindungsgabe. Das Largo wird zum Podium für einen geistreichen Dialog zwischen Klavier und Orchester, der in dem fast aggressiven Eifer des Rondos seinen Höhepunkt findet. Diese Aufnahme entstand im November 1977 im Wiener Musikvereinssaal.

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