Beethoven, Missa solemnis D-Dur op. 123

Von den Osterfestspielen Salzburg mit Herbert von Karajan, Berliner Philharmoniker, Anna Tomowa-Sintow, Ruza Baldani, Eric Tappy

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Beschreibung

Im April 1819 wurde Beethovens Schüler, Freund und Gönner Erzherzog Rudolph zum Kardinal gewählt; zwei Monate später erhielt er das Erzbistum von Olmütz. Da für die Amtseinführung Rudolphs sicher eine Messvertonung gebraucht werden würde, entschloß Beethoven sich zur Komposition der Missa solemnis. "Gott wird mich erleuchten", schrieb er an Rudolph, "daß meine schwachen Kräfte zur Verherrlichung dieses feierlichen Tages beitragen..." Mit der Missa solemnis wollte Beethoven einer Anstellung als Hofmusiker einen Schritt näher kommen; bereits seit einigen Jahren hatte er sich Hoffnungen auf einen solchen Posten gemacht. 1815 schrieb Beethoven in sein Tagebuch, wie er sich das Amt eines Hofmusikers vorstellte: "Die Ohrenmaschinen wo möglich zur Reife bringen, als dann lesen - dieses bist du dir, den Menschen und ihm dem Allmächtigen schuldig, nur so kannst du noch einmal entwickeln, was in dir alles verschlossen bleiben muß - und ein kleiner Hof - eine kleine Kapelle von mir in ihr den Gesang geschrieben angeführt, zur Ehre des Allmächtigen - des Ewigen Unendlichen..." Abgesehen von diesen Gedanken einer künstlerischen Entfaltung zu Ehren Gottes waren es aber auch der traditionsreiche, lateinische Text der Messe und die feierliche liturgische Zeremonie, die Beethoven veranlaßten, all seine Kräfte auf dieses geistliche Werk zu konzentrieren. Eine Oper oder ein Oratorium hätten ihn an ein Libretto gefesselt, mit dem er niemals richtig zufrieden gewesen wäre. Das hatte sich schon an der langwierigen Entstehungsgeschichte seiner Oper "Leonore" bzw. "Fidelio" gezeigt. Der knappe lateinische Text der Messe gab ihm alles, was er brauchte, um ein Werk von gewaltiger Eindruckskraft und Größe zu komponieren. Während Beethoven an der Missa solemnis arbeitete, verschlechterte sich sein Gesundheitszustand rapide. Am Tage der Amtseinführung des Erzherzogs war noch kein Teil der Messe soweit fertig, daß Beethoven mit seinem Werk zufrieden gewesen wäre. Gerade die Missa solemnis war ihm so wichtig, daß er sie einfach nicht aus den Händen geben konnte, solange sie unvollendet war - immer wieder mußte er sie der Vollendung ein Stückchen näher bringen. (Einen Eindruck von den vielen Änderungen gibt ein Loch, das er im Laufe zahlloser Korrekturen an einer Stelle radiert hatte, obwohl das Papier von bester Qualität war.) Beethoven schien von der Aufgabe, die er sich gestellt hatte, besessen zu sein. Die Missa solemnis sollte sein größtes Werk werden. Als Vorbereitung studierte er Kirchenmusik, verschaffte sich Abschriften der in den Klöstern gesungenen Choräle, ließ sich eine genaue Übersetzung des lateinischen Texts anfertigen und schrieb zur Übung Chöre aus Händels "Messias" ab (Händel war für ihn der größte Komponist, der je gelebt hat). Anton Schindler, sein Freund und späterer Biograph, besuchte Beethoven, als er an der Missa solemnis arbeitete. Schon im Treppenhaus habe man ihn "singen, heulen, und stampfen" gehört. Schindler berichtet weiter: "Nachdem wir dieser nahezu schauerlichen Szene lange schon zugehorcht und uns eben entfernen wollten, öffnete sich die Tür und Beethoven stand vor uns mit verstörten Gesichtszügen, die Beängstigung einflößen konnten. Er sah aus, als habe er soeben einen Kampf auf Tod und Leben mit der ganzen Schar der Kontrapunktisten, seinen immerwährenden Widersachern, bestanden." 1823 übergab Beethoven dem Erzbischof von Olmütz die ihm gewidmete Missa; die Inthronisierung lag schon Jahre zurück. Im April 1824 erfolgte die Erstaufführung in St. Petersburg. Schließlich wurden drei der insgesamt fünf Sätze in Wien uraufgeführt, allerdings nicht in einer Kirche, sondern im restlos ausverkauften Kärntnertortheater. Nicht anwesend an jenem 7. Mai 1824 war jedoch Erzherzog Rudolph. Diese Aufnahme entstand am 13. April 1979 im Festspielhaus Salzburg.

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