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Prinz Tamino wird von einer Schlange bedroht. Die drei Damen der Königin der Nacht erlegen das Ungeheuer und übergeben Tamino im Auftrag ihrer Herrin ein Bildnis von Pamina, in das er sich sofort verliebt. Nun erscheint die Königin der Nacht selbst, die ihr Leid als Mutter beklagt, weil Sarastro ihr die Tochter Pamina geraubt habe. Sie verspricht Tamino, ihm Pamina zur Frau zu geben, wenn er sie befreie. Zum Begleiter Taminos wird der Vogelfänger Papageno bestimmt.

In Sarastros Tempel der Weisheit finden die zwei Pamina, die sich sofort in Tamino verliebt. Ein Priester belehrt Tamino über Sarastros Absicht, Pamina dem bösen Einfluß der Königin zu entziehen. Sarastro erkennt die Liebe der beiden jungen Prinzenkinder; doch bevor sie in Paar werden dürfen, sollen sie sich einer strengen Prüfung ihrer Liebe und Tugend unterziehen. Den letzten Teil des Prüfungsweges darf das Paar gemeinsam gehen. Mit Hilfe der Zauberflöte durchschreiten Tamino und Pamina Feuer und Wasser und treten nun gereinigt in den Tempel ein. Die Königin der Nacht wird unter Donner und Blitz in die ewige Finsternis gestoßen, während das neue Paar feierliche Aufnahme in den Kreis der Eingeweihten findet.

"Den Ernst nicht weglassen und den Humor nicht vergessen", faßte August Everding die Intention seiner Inszenierung zusammen, die am 30. August 1978 ihre Premiere in der Bayerischen Staatsoper München erlebte. Er wollte die Zauberflöte nicht zu philosophisch geben und auch nicht zu burlesk. Er wollte alles miteinander verbinden, was das Werk an Gegensätzlichem enthält: Märchenzauber, Spaß, Heiterkeit, Gedankentiefe, Humanitätsideen. Vor allem aber wollte er das Publikum nicht durch ständige Umbauten bei geschlossenem Vorhang langweilen und Mozarts Oper nicht in Einzelstücke zerreißen. Daher suchte er nach einem Konzept, den szenischen Ablauf vor und nach der Pause ohne Unterbrechung in Fluß zu halten. Um das zu realisieren, hielt sich Jürgen Rose weitgehend ans Malerische: bemalte Prospekte, gemalte Architektur. Was man zu sehen bekommt, bezeichnete Everding als eine Mischung aus zeitlosem Märchen und Geschichte des 18. Jahrhunderts.

Über Schikaneders Sprechtexte hat Everding teilweise recht frei verfügt und sie im Verlauf der Proben immer kräftiger zusammengestrichen. Im zweiten Akt haben Everding und Sawallisch das Terzett Sarastro-Tamino-Pamina aus dramaturgischen Gründen weiter nach vorn genommen. Dort, wo es sonst steht, sei es unlogisch und eine "Bremse", sagte der Dirigent.

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