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Antonín Dvořák (1841-1904) steht neben Smetana als Begründer der neuen tschechischen Musik. Seine neun Symphonien, die hier erstmals als verfilmter Zyklus präsentiert werden, zeigen Dvořák als einen durch und durch individuellen und originellen Komponisten, dessen symphonische Konzepte und musikalischer Ausdrucksreichtum oft überraschen und der von Symphonie zu Symphonie eine deutlich unterschiedliche Auseinandersetzung mit dem formalen Erbe des neunzehnten Jahrhunderts darstellt.

Die ersten beiden Symphonien sind eindeutig jugendliche Werke, beide entstanden 1865, als Dvořák 24 Jahre alt war. Er folgt noch der klassischen symphonischen Form - Beethoven ist das große Vorbild des jungen Komponisten -, ist aber bereits an einer Weiterentwicklung der Form interessiert. In seiner Dritten (1873) und Vierten (1874) ergänzt er das Orchester mit Harfen und Triangeln sowie mit großen Trommeln und Becken, nicht zuletzt aufgrund der Begegnung mit der Neuen Deutschen Schule und dem prägenden Einfluss von Wagner und Liszt. Die nur ein Jahr später entstandene Fünfte Symphonie (1875) markiert Dvořáks wachsende Beherrschung der Form. Sie ist die erste der fünf großen Symphonien, die zu seinen Lebzeiten veröffentlicht wurden. Dvořáks Musiksprache zeigte immer stärker Elemente slawischer Folklore, und als "slawischer Komponist" wurde der bis dahin unerkannte Dvořák von Johannes Brahms der internationalen Musikwelt und dem Berliner Verleger Simrock vorgestellt, der daraufhin seine nächste Symphonie veröffentlichte. Das, was wir heute als seine Sechste Symphonie kennen, schrieb Dvořák 1880 für Hans Richter und die Wiener Philharmoniker, und es markierte den Beginn von Dvořáks internationaler Karriere. Seine Siebte Symphonie schrieb er für die London Philharmonic Society; sie wurde 1885 in London uraufgeführt und war ein überwältigender Erfolg. Die Achte, Dvořáks Dank für seine Berufung zum Professor für Komposition am Prager Konservatorium, bildet zusammen mit der Neunten - seiner "Neue-Welt"-Symphonie - den Höhepunkt seines symphonischen Schaffens, die er während seines dreijährigen Aufenthalts in New York als Direktor des National Conservatory of Music of America schrieb. Die Neunte ist zweifelsohne sein populärstes symphonisches Werk. Amerikanische Einflüsse sind unüberhörbar, aber sie bleibt grundlegend tschechisch.

Die Tschechische Philharmonie betrachtet Dvořáks symphonisches Schaffen als einen wesentlichen Teil ihres Repertoires. Alle Symphonien dieses Zyklus wurden im Dvořák-Saal des Rudolfinums in Prag aufgeführt, einem der ältesten und schönsten Konzertsäle Europas, in dem Dvořák 1896 auch das erste Konzert der heutigen Tschechischen Philharmonie dirigierte. Jiří Bělohlávek, Chefdirigent der Tschechischen Philharmonie, gilt als ausgewiesene Autorität für die slawische Musik seines Heimatlandes. Für seine Einspielungen von Musik slawischer Komponisten wurde er 2012 und 2013 mit dem Gramophone Award for Orchestral Recording ausgezeichnet - als erster Dirigent seit Herbert von Karajan erhielt er die Auszeichnung zwei Jahre in Folge.

Neben den konzertanten Aufführungen wird der symphonische Zyklus auch in einer speziellen Interpretationsfassung präsentiert, in der der Dirigent Jiří Bělohlávek die Entstehungsgeschichte jeder Symphonie erläutert und die musikalischen Besonderheiten der einzelnen Sätze hervorhebt.

Der Zyklus enthält auch eine Dokumentation von Dvořáks Leben und symphonischem Schaffen. Jiří Bělohlávek besucht wichtige Orte im Leben des Komponisten, interviewt Experten und Schlüsselfiguren und geht der Frage nach, wie seine Symphonien so erfolgreich werden konnten.

Details

  • Produktionsjahr:

    2014

  • Genres:
  • Altersfreigabe:

    0+

  • Audiosprache:

    Tschechisch

  • Untertitelsprache:

    Deutsch

  • Location:
  • Land:

    Tschechien

Besetzung

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