Grieg, Peer Gynt - 10.12., 19:30 Uhr

Live aus der Wiener Staatsoper mit Simon Hewett, Wiener Staatsballett, Denys Cherevychko, Orchester der Wiener Staatsoper

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Beschreibung

Ballett in zwei Akten Wiederholungen: 11.12., 11:00 Uhr & 19:00 Uhr 12.12., 11:00 Uhr & 19:00 Uhr 13.12., 11:00 Uhr & 19:00 Uhr ÜBER DIE HEUTIGE VORSTELLUNG Ibsen, Grieg und meine ganz eigene Interpretation der Beiden – Eine Entdeckungsreise. Peer Gynt, komplexe Figur und Titelheld des gleichnamigen dramatischen Gedichts, hat Ibsen Ende des 19. Jahrhunderts in den Rang eines der bedeutendsten Dramatiker erhoben. Grieg wiederum hat sich mit seiner feinfühligen nordischen Musiksprache als einer der charakteristischen Vertreter der Romantik durchgesetzt. Beide Künstler haben bei der Uraufführung von Peer Gynt in Christiania (dem heutigen Oslo) im Jahr 1876 zusammengearbeitet. Grieg schuf für die Bühnenfassung eine so genannte Begleitmusik, aus welcher er in späterer Folge einige Kompositionen aussonderte und zu zwei Orchestersuiten bündelte, die im Laufe der Zeit zu einem beliebten Bestandteil der klassischen Musikliteratur wurden und die noch heute häufig aufgeführt werden. Bei meinen Recherchen und der Analyse von Ibsens Text und Griegs Musik sowie im Zuge der Überlegungen, wie ich diese in einer Ballettfassung von Peer Gynt vereinigen könnte, sah ich mich mit einer ganzen Reihe von Problemen konfrontiert. Zum einen verfügte ich über den komplexen dramatischen Text Ibsens, der mit seiner hermetischen Vorstellungskraft zeitlos und universell wirkt, zum anderen konkretisiert Griegs Musik romantische Landschaften, die unabhängig von Ibsens Bühnenuniversum in einer Parallelwelt spontan entstehen. Mit anderen Worten: Ibsen und Grieg haben – jeweils in ihrer Eigenschaft als Schriftsteller und Komponist – im Grunde genommen jeder seine Version von Peer Gynt begründet. Mein Ziel ist es, die Hürden zwischen diesen beiden zu überbrücken und meinen eigenen Peer Gynt zu schaffen. Diese Ballettinszenierung folgt in ihrer Chronologie der von Ibsen für die Bühnenfassung vorgesehenen Abfolge der Ereignisse. Bei der Gestaltung meines eigenen Konzepts bzw. Librettos habe ich neben Sätzen aus Griegs Schauspielmusik zu Peer Gynt auch weitere Werke von Grieg einbezogen, um auf diese Weise eine dynamische und kohärente Entwicklung des Erzählballetts zu erzielen. Ibsens und Griegs Welt – verschmolzen zu einem neuen Ganzen – lassen eine Landschaft entstehen, in die vielzählige Türen Einlass gewähren. Ich habe die meine gewählt, die Ihnen, verehrtes Publikum, weit offen steht. Treten Sie ein und erleben Sie ein völlig neuartiges Ballett. - Edward Clug fidelio übernimmt den Livestream der Wiener Staatsoper INHALT AKT I Peer Gynt hängt Tagträumen nach, in denen er einem weißen Hirschbock nachjagt. Er erzählt seiner Mutter Åse davon, die ihm vorwirft, ein Lügner und Tagedieb zu sein. Zudem tadelt die Mutter ihren Sohn dafür, Ingrid – Peers Freundin seit Kindheitstagen – nicht geheiratet zu haben, war dies doch die einzigartige Gelegenheit für sie beide, endlich der Armut zu entkommen, in der Peers liederlicher Vater sie beide zurückgelassen hatte. So heiratet Ingrid am heutigen Tage Mads Moen, den reichsten Junggesellen der Region. Peer möchte an der Hochzeit teilnehmen, doch seine Mutter befürchtet, er könnte durch seine Gegenwart die Feier ruinieren. Das Fest beginnt und die Hochzeitsgesellschaft jubelt Bräutigam und Braut zu, wenngleich Ingrid abgelenkt scheint. Sie denkt an Peer, mit dem sie einst eine Liebschaft verband. Der Bräutigam findet sich mit Ingrids Desinteresse ab und freut sich dennoch, zu heiraten. Während der Feier erscheint Peer Gynt, verzaubert mit seinem Tanz die versammelten Mädchen und fordert die Hochzeitsgäste heraus. Solveig zählt mit ihrer kleinen Schwester Helga ebenfalls zu den Gästen und beobachtet Peer voller Neugier. Irgendwann nähern sich Solveig und Peer einander an und beginnen zu tanzen, was Ingrids Eifersucht anstachelt und bei den Dorfbewohnern für Unbehagen sorgt. Daraufhin nimmt Helga in wohlmeinender Absicht Solveig bei der Hand und zieht sie von der Hochzeit fort. Peer jedoch, findet sich plötzlich in inniger Umarmung mit Ingrid wieder, was die Dörfler in Aufruhr versetzt. Es entbrennt ein Streit zwischen Aslak, dem Schmied, und Peer, den die Dörfler mit Schnaps zu beruhigen versuchen. Doch Peer übertreibt und demütigt Aslak vor den Augen aller. Aslak will Rache üben, doch bevor Peer sein schicksalhafter Axthieb trifft, schreitet der Tod ein. Peer nutzt die Gelegenheit und ergreift Ingrid. Ingrid verbringt ihre Hochzeitsnacht mit Peer, wiewohl Peer ihrer alsbald überdrüssig wird und sie trotz ihres Flehens und ihrer Tränen fortschickt. Plötzlich erscheinen drei Sennerinnen, die versuchen Peer zu verführen. Ingrid hingegen flieht gekränkt zurück nach Hause. Peer bleibt allein zurück und trifft auf ein mysteriöses Wesen, die Grüne. Er stellt sich ihr als Königssohn vor, und sie lädt ihn ein, sie in das Königreich ihres Vaters, den König der Trolle, zu begleiten. Im Tausch für seine Liebe verspricht die Grüne ihm die Krone und ihres Vaters Königreich. Von Gier erfüllt folgt ihr Peer. Die Grüne zeigt Peer stolz ihren Reichtum. Auch der König der Trolle ist gewillt, ihm seine Tochter zur Frau zu geben, und enthüllt deren wahres Gesicht. Als die Grüne sich Peer nach einem unbeholfenen Tanz nähert, um ihn zu küssen, ist dieser von ihrem Anblick schockiert und möchte fliehen. Die Grüne aber will ihn an sich binden, trägt sie doch sein ungeborenes Kind unter dem Herzen. Peer streitet die Vaterschaft vehement ab, der König der Trolle hingegen will Rache üben. Die Wut des Trolls wird erst durch die kleine Helga abgewendet, die Peer einen Schlag versetzt und ihn damit an sein Versprechen erinnert, welches er ihrer Schwester Solveig gegeben hat. Der Tod betritt das Königreich der Trolle und gebietet den wütenden Trollen endgültig Einhalt. Sobald die Bedrohung gebannt ist, malt der Tod eine wunderschöne Landschaft mit einem einsamen Peer darin. Helga und Solveig besuchen Peer auf der Alm. Endlich allein, versichern Solveig und Peer einander ihre Liebe. Ihr Träumen wird plötzlich vom Klageschrei eines Hirsches unterbrochen, der Åses Tod verkündet. Peer beschließt heimzukehren, wo er seine Mutter sterbend vorfindet. Um sie zu trösten, erzählt Peer ihr eine wundersame Geschichte, die beide in die allerschönste Zeit von Peers Kindheit zurückkehren lässt. AKT II Viele Jahre sind vergangen und Peer hat sich inzwischen zu einem sehr reichen Kapitalisten gewandelt. Er begibt sich auf ein Abenteuer, das ihn in die Wüste Marokkos führt, wo er auf Anitra trifft, die Tochter des Anführers eines Beduinenstammes. Peer ist unwiderstehlich von ihrer exotischen Erscheinung angezogen, doch Anitra umgarnt ihn mit einem einzigen Ziel – ihm seine Reichtümer zu stehlen. Nachdem es ihr gelungen ist, ihm all seinen Besitz zu rauben, verlässt sie ihn und Peer bleibt in dem fremdem Land völlig mittellos und allein zurück – nun, zumindest fast ganz alleine. Peer trifft erneut auf einen geheimnisvollen Fremden, mit dem er kurz verweilt. Während Peer umherwandert, begegnet ihm ein gewisser Doktor Begriffenfeldt, der Peer einlädt, ihn an einen besonderen Ort zu begleiten. Bald schon wird Peer klar, dass er in einer Irrenanstalt gelandet ist, wo ihm vier Verrückte vorgestellt werden, die seine Ankunft in helle Aufregung und Unruhe zu versetzen scheint. Begriffenfeldt untersucht Peer und seine Reaktionen auf verschiedenste Eingriffe – die von Gewalt bis hin zu neurotischer Ekstase reichen. Peer ist völlig erschöpft und kurz davor, den Verstand zu verlieren. Sein unbändiger Wunsch, der ihn während all seiner Reisen angetrieben hatte, nämlich jemand anderer zu werden, wird durch die Krönung zum König in der Irrenanstalt endlich erfüllt. Peer ist von seinem Leben schwer enttäuscht. Er ist gezwungen sich der Wahrheit zu stellen, die ihm immer stärker auszuweichen scheint. Alt und erschöpft kehrt er heim. Vor seinem geistigen Auge erscheinen Bilder der unseligen Hochzeit von Mads Moen und Ingrid, mit der er in die Nacht geflohen war. Die Hochzeitsgäste, denen sich auch die Geladenen aus der Umgebung – die Grüne mit einem Neugeborenen in Begleitung der Trolle – anschließen, überbringen den Jungvermählten ihre Glückwünsche. Peer wird nunmehr von seinem eigenen Gewissen gerichtet, was ihn letzten Endes zu Solveig führt. Doch zu spät, denn der geheimnisvolle Fremde lädt Peer ein, seinen eigenen Sarg zu betreten. Peer gelingt es neuerlich, sich geschickt zu entwinden und auf diese Weise noch etwas Zeit zu gewinnen. Solveig hat all die Jahre treu auf Peer gewartet und ist dabei alt und blind geworden. Verbittert kommt Peer zu der Erkenntnis, dass er auf der Jagd nach einem Leben voller Abenteuer all die Dinge, die im Leben wirklich zählen, einfach weggeworfen hat – Solveigs Liebe zu ihm. In Solveigs Armen findet er endlich seinen Frieden, doch ihrer beider Lebensreise ist zu Ende. Vielleicht ereilt die beiden ja ein glücklicheres Schicksal in einem anderen Leben, in einer anderen Zeit …
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