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1921 in Brno uraufgeführt, steht Káťa Kabanová am Beginn von Leoš Janáčeks letzter Schaffensdekade. Das Libretto zu Káťa Kabanová basiert auf der tschechischen Übersetzung von Alexander Ostrowskis Schauspiel „Das Gewitter“ aus dem Jahr 1859, das in einem kleinstädtischen, von wohlhabenden Kaufleuten beherrschten Milieu Mitte des 19. Jahrhunderts in Russland spielt.

Janáčeks musikdramatischer Stil in seinen letzten Lebensjahren, in dem sich die von ihm viel erforschten „Sprachmelodien“ wiederspiegeln, ist unverkennbar: er konzentriert Charaktere, Psychologie und Situationen, und lässt eine Atmosphäre entstehen, die das Publikum direkt und unvermittelt berührt. Regisseur Barrie Kosky möchte in seiner Neuinszenierung der Káťa Kabanová bei den Salzburger Festspielen den Gegensatz und die Spannung zwischen der Protagonistin und ihrer beengenden Lebenswelt verdeutlichen.

Corinne Winters übernimmt die Hauptrolle der Káťa, deren brennender Drang nach Freiheit, durch ihre Heirat und ihre klaustrophobisch anmutende Lebenssituation erstickt zu werden droht. Jaroslav Březina schlüpft in die Rolle ihres, im Alkohol Zuflucht suchenden, Ehemanns Tichon, dessen Mutter, die Kaufmannswitwe Kabanicha (Evelyn Herlitzius), mit nörgelndem Ton und despotischer Hand über den Haushalt wacht. Als sich die Gelegenheit bietet, arrangiert Káťas Schwägerin Varvara (Jarmila Balážová), die um Káťas unerfüllten Sehnsüchte und ihre heimliche Liebe weiß, ein Treffen mit dem unverheirateten Boris (David Butt Philip), wodurch die schicksalhafte Geschichte ihren Lauf nimmt. Die Partie von Boris‘ Onkel Savjol Prokofjevič Dikoj, der wiederum Káťas Schwiegermutter die Aufwartung macht, wird vom deutschen Bass Jens Larsen gesungen. Am Pult der Wiener Philharmoniker steht Dirigent Jakub Hrůša und gibt damit sein Festspieldebüt.

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