Leoncavallo, Zazà

Aus dem Theater an der Wien mit Stefan Soltész, Svetlana Aksenova, Enkelejda Shkosa, Dorothea Herbert, Juliette Mars

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Beschreibung

Commedia lirica in vier Akten (1919) Ruggero Leoncavallos Ruhm gründet sich auf einer einzigen Oper, auf Pagliacci – Der Bajazzo. 1892 uraufgeführt, ist der Welterfolg ein Initialwerk des Verismo. Besser Informierte wissen vielleicht, dass Leoncavallo auch eine Version von La bohème in Konkurrenz zu Giacomo Puccini geschrieben hat. Mit Zazà hatte er jedoch zu Lebzeiten auch einen veritablen Erfolg. Nach der Uraufführung 1900 am Teatro Lirico in Mailand wurde Zazà international häufig gespielt, vorausgesetzt, es gab eine Primadonna, die der anspruchsvollen Titelpartie gewachsen war. Den größten Erfolg konnte Zazà sogar in den 1920er Jahren an der Metropolitan Opera New York verbuchen. Auch Zazá gehört stilistisch zum Verismo und spielt im schillernden Künstlermilieu, allerdings nicht wie der Bajazzo bei einer fahrenden Commedia dell’arte-Truppe, sondern unter semi-sesshaften Varietékünstlern, deren Reputation aber kaum besser ist als die ihrer vazierenden Kollegen. Die Schilderungen von halbseidenen Unterhaltungsshows und bürgerlichem Pariser Heim boten Leoncavallo musikalisch vielfältige Möglichkeiten. Im ersten Akt evoziert er anschaulich die Atmosphäre hinter der Bühne, für die er eine Art von damals experimenteller, moderner Collage-Technik entwickelt. Verschiedene Musiken und Musikstile überlagern sich: Der deklamatorisch-rezitativische Stil der Gespräche hinter der Bühne mischt sich mit den Musikdarbietungen auf der Bühne. Ähnlich schiebt er im dritten Akt in Paris die Gespräche, Totòs Klavierspiel und den durch das Fenster von der Seine in den bürgerlichen Salon hineindringenden Gesang der Wäscherinnen übereinander. In dem prinzipiell an Wagner orientierten Deklamationsfluss blitzen auch immer wieder arienhafte Momente hervor, wachsen sich aber nie zu einer schlagertauglichen Melodie aus – was sicherlich die Popularität von Zazà eingedämmt hat. Leoncavallo kannte aus eigener Erfahrung die Atmosphäre der Varietés, das Leben der Sängerinnen und die bürgerliche Doppelmoral, die sein Stück vorführt, denn vor seinem großen Erfolg mit dem Bajazzo verdiente er sich als Pianist in solchen Etablissements in Paris sein Geld. Kurz vor seinem Tod 1919 straffte er Zazà im Sinne einer stringenteren Dramatik. Am Theater an der Wien zeigen wir diese zweite Fassung, ergänzt um drei Einlagen aus der Erstfassung von 1900. HANDLUNG Zazà ist der umjubelte Star des Varietétheaters Alcazar in St. Etienne, einer französischen Provinzstadt im weiteren Umfeld von Paris. Alle Männer liegen ihr zu Füßen, nur der Pariser Geschäftsmann Milio Dufresne scheint ihre Rivalin Floriana zu bevorzugen. Was man nicht haben kann, wird das Ersehnte: Zazà hat längst ein Auge auf den Widerspenstigen geworfen und wettet nun mit dem Journalisten Bussy, dass Milio ihr in kürzester Zeit verfallen sein wird. Der Sieg wird ihr leicht, denn Milio begehrt Zazà heimlich, hat jedoch bislang nicht gewagt, sich der Vielumschwärmten zu nähern, nicht zuletzt, weil er um seinen Ruf fürchtet. Seine Bedenken werden schnell von Zazàs offensivem Verführungsversuch hinweggefegt, und die beiden werden ein Liebespaar. Diese Eroberung aus Ehrgeiz wird Zazà aber zum Verhängnis. Sie verliebt sich ernsthaft in Milio, will seine Frau werden und den Tingeltangel hinter sich lassen. Aber der Traum zerplatzt: Cascart, ihr Bühnenpartner und ehemaliger Geliebter, erzählt ihr, dass er Milio in Paris mit einer anderen Frau gesehen hätte. Wutentbrannt fährt Zazà nach Paris, dringt in Milios Wohnung ein, um mit der Konkurrentin um ihre Zukunft zu kämpfen. In der Wohnung trifft sie jedoch nur ein kleines Mädchen an – Totò, Milios Tochter. Sie erzählt der netten fremden Frau von ihrer Mutter, und dass die kleine Familie bald nach Amerika gehen wird. Nach und nach enthüllt sich Zazà, dass Milio verheiratet ist und sie von Anfang an über seinen Familienstand belogen hat. Als schließlich Madame Dufresne nach Hause kommt und sich über die Unbekannte in ihrem Wohnzimmer wundert, gibt Zazà vor, sich in der Adresse geirrt zu haben, und geht davon. Sie beschließt, das Familienglück nicht zu zerstören, denn sie erinnert sich an ihr eigenes Schicksal, das sie der kleinen Totò ersparen will: Zazàs Vater hatte ihre Mutter Anaide verlassen, woraufhin die Mutter dem Alkohol verfiel. Als Milio wieder zu ihr kommt, trennt sie sich von ihm. Er enthüllt dabei zu guter Letzt noch seine wahre spießbürgerliche Gesinnung, und von der romantischen Liebe bleibt für Zazà nicht einmal eine schöne Erinnerung – sie selbst findet sich traurig mit ihrem Dasein als Varietéstar ab. © Theater an der Wien

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