Monteverdi, Marienvesper

Aus dem Grazer Dom mit Nikolaus Harnoncourt, Concentus Musicus Wien, Margaret Marshall, Felicity Palmer, Philip Langridge

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Beschreibung

Die "Vespro della Beata Vergine", so der italienische Originaltitel des Werks, entstand im Jahr 1610. Nach dem Tod seiner Ehefrau hatte sich Claudio Monteverdi erschöpft und betrübt ins väterliche Haus nach Cremona zurückgezogen. Aus gesundheitlichen Gründen bat er sogar die Familie Gonzaga in Mantua, in deren Diensten er als Musiker seit Jahren stand, um Entlassung. Doch dann nahm Monteverdi sein Schicksal in die Hand und verfaßte eine umfangreiche Sammlung mit verschiedenen Werken, die er alle Papst Paul V. widmete; vermutlich erhoffte er sich davon eine kirchliche Anstellung. Das Paradestück dieser Sammlung ist die Marienvesper, Monteverdis großartige Vertonung des Abendgebets, das in katholischen Kirchen und Klöstern zelebriert wird, wenn Kerzen das schwindende Tageslicht ersetzen. Der österreichische Musiker Nikolaus Harnoncourt, geboren 1929, entstammte einem luxemburgisch-lothringischen Adelsgeschlecht. Er studierte Violoncello und war zunächst als Cellist bei den Wiener Symphonikern tätig. Doch die historische Aufführungspraxis interessierte ihn mehr als der Orchesterdienst: 1953 gründete er mit seiner Ehefrau Alice das Ensemble "Concentus Musicus Wien" und beschäftigte sich intensiv mit Alter Musik. Harnoncourt, ein Pionier des Originalklangs, zeigte dem verblüfften Publikum, wie aufregend die Werke der Renaissance und des Barock sich anhören können. Im Laufe der Jahre erweiterte er sein Repertoire und widmete sich am Pult "moderner" Orchester den klassischen Symphonien, aber auch dem Wiener Walzer sowie Bühnenwerken von Johann Strauß, Richard Wagner, Jacques Offenbach und George Gershwin. Er unterrichtete am Mozarteum Salzburg und verfaßte mehrere grundlegende Schriften über die Musik. 2012 wurde er zum Offizier der französischen Ehrenlegion ernannt und mit der Goldmedaille der Royal Philharmonic Society London ausgezeichnet. 2014 erhielt er den Echo Klassik für sein Lebenswerk. "Maestro Harnoncourt ist der Lieblingsstar jener, die eigentlich keine Stars mögen. Ihm glaubt man die Floskel vom Dienst am Werk, am Genie. Seine Begeisterung und Entdeckerfreude erfreuen und begeistern" (FAZ 14.7.98) Am 5. Dezember 2015, einen Tag vor seinem 86. Geburtstag, gab Nikolaus Harnoncourt bekannt, daß er seine Karriere beende; am 5. März 2016 verstarb er.

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