Mozart, Die Entführung aus dem Serail

Aus der Bayerischen Staatsoper München mit Karl Böhm, Edita Gruberová, Reri Grist, Francisco Araiza, Martti Talvela

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Beschreibung

August Everding inszenierte Mozarts Singspiel am Münchner Nationaltheater als heitere Spieloper, aber, wie er sagte, mit jenem "Hintergrund", den Mozart verlange: Die Buffo-Figuren erhalten menschliche Züge. Die Bühne besteht aus heller, orientalisch angehauchter Architektur, deren Elemente sich ständig verschieben. Bühnenbildner Max Bignens spricht von "choreographischer" Dekoration: "Zu Mozarts Musik wollten wir nichts Schwerfälliges und vor allem keine großen Umbauten". Karl Böhm, der 1924 im Nationaltheater seine erste "Entführung" dirigiert hat, sieht in die Tiefe der Musik, was sie birgt an Glanz und Zauber, an Eros und Spiritualität. Im Mittelpunkt steht Edita Gruberova mit treffsicheren und blitzenden Koloraturen. Martti Talvela als Osmin ist ein in Darstellung und Stimme beweglicher, durchtriebener Angeber. Den Bassa Selim spricht Thomas Holtzmann als nervösen, aufbrausenden Potentaten. Francisco Araiza singt den Belmonte mit leuchtenden Tönen. Norbert Orth ist ein frischer Pedrillo und Reri Grist ein Blondchen mit natürlichem Charme und musikalischem Empfinden. Als Joseph II. im Jahre 1776 ein "deutsches National-Theater" plante, das vor allem deutsche Opern aufführen sollte, dachte Wolfgang Amadeus Mozart zunächst daran, für dieses Theater sein unvollendet gebliebenes Singspiel "Zaide" zu überarbeiten, schrieb dann aber eine völlig neue Oper über einen ähnlichen Stoff: "Die Entführung aus dem Serail". Die Handlung folgt den damals beliebten "Türkenopern", die - unter dem Eindruck der zurückgeschlagenen Belagerung Wiens durch türkische Truppen - schon seit einiger Zeit in immer wieder neuen Varianten geschrieben wurden. (Rund 25 Jahre später erweckte Gioachino Rossini mit seinen Opern "Die Italienerin in Algier" und "Der Türke in Italien" dieses Schema für die Opera buffa zu neuem Leben.) Allerdings zeichnete Mozart die Charaktere seines Singspiels in feineren Farben, als dies bei den meisten Opern seiner Zeitgenossen der Fall war. Und durch die großmütige Geste des Bassa Selim am Schluß der Oper gelangen Ideen des Humanismus und der Aufklärung auf die Singspiel-Bühne. Es wurde viel darüber gerätselt und spekuliert, warum die Rolle des Bassa Selim nur zu sprechen ist; der Grund hierfür scheint eine Notlösung zu sein: Der Tenor, der diese Partie eigentlich singen sollte, war in der Entstehungszeit der Oper entlassen worden...

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