Mozart, Don Giovanni

Von den Salzburger Festspielen mit Bertrand De Billy, Christopher Maltman, Annette Dasch, Dorothea Röschmann, Anatoli Kotscherga

Das Klassikportal für Ihren Musikgenuss

Streamen Sie mit fidelio die schönsten Opern, Konzerte, Ballette und Dokumentationen in bester Bild- und Tonqualität – ob unterwegs auf Ihrem Tablet, Computer, Smartphone oder Zuhause auf Ihrem Fernsehgerät.

  • Exklusive Live-Übertragungen
  • Umfangreiches Klassikarchiv
  • Beste Bild- und Tonqualität
  • Streaming auf TV, Tablet, Web & Mobil
Jetzt kostenlos testen

Beschreibung

"Ein Thriller in Echtzeit als Fantasie eines Moribunden", schrieb das Rondo-Magazin über diese Produktion aus Claus Guths Salzburger Mozart/Da-Ponte-Zyklus. Die Zeitschrift Opernwelt berichtete: "Guth sagte im Vorfeld, er wolle eine Studie über die menschliche Angst vor dem Tod zeigen. Das gelingt ihm. Eindrücklich und konsequent. Genial der Wald als Metapher für das Herumirren der Protagonisten. Auch Don Giovanni sieht ja den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Zudem ist er verwundet ... Das ist kein Held mehr, der die Frauen mal eben so um den Finger zu wickeln vermag. Das ist ein Gefallener des Lebens. Einer, der Angst hat vor dem Ende. Mit jeder Minute mehr." Prag 1787: Mit einer Uraufführung will Mozart an den riesigen Erfolg der "Hochzeit des Figaro" anknüpfen, den er hier im Vorjahr geerntet hat. Für das Textbuch wendet Mozart sich an den bewährten Figaro-Librettisten Lorenzo Da Ponte. Man wählt einen altbekannten spanischen Stoff, der zu Beginn des Jahres bereits von dem italienischen Komponisten Giuseppe Gazzaniga und seinem Textdichter Giovanni Bertati in Venedig auf die Bühne gebracht worden ist: "Don Giovanni oder Der Steinerne Gast", die Geschichte von dem egomanischen Verführer, der die Moral verleugnet, sogar den Tod zu sich einlädt und schließlich für seine Taten schwer bestraft wird. Da Ponte und Mozart übernehmen den Handlungsablauf und erweitern ihn durch vollständig Neues. Ende Oktober 1787 findet in Prag die umjubelte Uraufführung statt. In der Presse heißt es: "Kenner und Tonkünstler sagen, daß zu Prag ihresgleichen noch nicht aufgeführt worden ist. Herr Mozart dirigierte selbst, und als er ins Orchester trat, wurde ihm ein dreimaliger Jubel gegeben, welcher auch bei seinem Austritt aus demselben geschah". Doch beim konservativen Wiener Publikum scheitert das Werk im Jahr darauf: "Don Giovanni" wird dort zu Mozarts Lebzeiten nur fünfzehn Mal aufgeführt. Mozart und Da Ponte entfernten sich mit zahlreichen Neuerungen von der Opernkonvention ihrer Zeit: Die Titelpartie ist mit einer Baß- und nicht, wie bisher üblich, mit einer Tenorstimme besetzt. Anstelle der gewohnten vier Akte gibt es nur noch zwei von ungewöhnlicher Länge. Die Arien und Ensembleszenen werden zu Ausgangs- und Knotenpunkten der Handlung und sind damit nicht mehr bloße Reflektion der vorangegangenen Rezitative. Doch das eigentlich Neue an "Don Giovanni" ist die Mehrdeutigkeit, die es unmöglich macht, die Oper in eine Gattung einzuordnen: Tragik und Komik, Leid und Witz ziehen sich durchs ganze Werk - die Grenzen zwischen ernst und heiter verwischen ebenso wie die Grenzen zwischen den gesellschaftlichen Ständen. Und wer weiß: Vielleicht lassen Mozart und sein Librettist Da Ponte mit der Höllenfahrt des Don Giovanni, des Repräsentanten des Adels, schließlich auch das ganze feudale Zeitalter zur Hölle fahren. Nach dem "Figaro" liegt diese Vermutung nahe.

Empfehlungen

Jetzt kostenlos testen