Mozart, Klavierkonzert Nr. 19 F-Dur KV 459

Aus dem Wiener Musikverein mit Karl Böhm, Wiener Philharmoniker, Maurizio Pollini

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Beschreibung

Maurizio Pollini, 1942 in Mailand geboren, gewann 1960 den 1. Preis beim Frédéric-Chopin-Klavierwettbewerb in Warschau. Danach wies er alle Konzertangebote zurück, um weiterzustudieren, und trat ein Jahr lang nicht auf. Nach dieser Zeit der Vervollkommnung begann seine großartige Karriere, und seitdem ist Maurizio Pollini ständiger Gast in den Musikzentren der Welt. Seine Konzerte sind stets lange im voraus ausverkauft; er gilt als einer der hervorragenden Pianisten unserer Zeit. Als "ernster Mensch, der die Bequemlichkeit scheut" (Pollini über sich selbst) arbeitet er wie besessen an seiner faszinierenden Perfektion. Pollinis weites Repertoire umfaßt Werke von Bach bis zu zeitgenössischen Komponisten. Schwerpunkte sind Chopin, Beethoven, Schubert und das 20. Jahrhundert. Er hat zahlreiche Schallplattenaufnahmen gemacht und wurde mit vielen bedeutenden Preisen ausgezeichnet. Doch Pollini ist nicht nur ein Superstar des Klaviers, sondern auch ein gesellschaftlich engagierter Künstler, der sich oft zu aktuellen politischen Themen geäußert hat. Pollini konfrontiert sein Publikum gerne mit Musik unserer Zeit - Boulez, Nono, Stockhausen und andere vornehmlich italienische Komponisten. Er begreift die abendländische Musik als eine geschichtliche Einheit, die sich kontinuierlich weiterentwickelt hat: "Von den alten Meistern zu Luigi Nono ist es gar nicht so weit". Als Maurizio Pollini 1996 den renommierten Siemens-Musikpreis erhielt, hieß es in der Begründung treffend, in seinem Spiel verbänden sich "souveräne technische Meisterschaft, erlesener Geschmack, selbstverständliches, waches Formgefühl und eine tiefe Verantwortung gegenüber dem Notentext". Diese Aufnahme entstand im April 1976 im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins. Mozart schrieb dieses Konzert im Dezember 1784. Gelegentlich bezeichnet man es als "Erstes Krönungskonzert", weil angenommen wird, daß Mozart es 1790 anläßlich der Krönungsfeierlichkeiten für Kaiser Leopold II. in Frankfurt gespielt hat. In seiner Variationstechnik weist das Werk voraus auf Beethoven. Der erste Satz ist - wie viele klassische Sätze - im Rhythmus eines Militärmarsches konzipiert. Er zeigt ebenso wie die übrigen Sätze gleichzeitig eine neue Ernsthaftigkeit des Stils. Das Konzert ist das erste einer Reihe, in dem ein Thema in einem Satz dominiert, obwohl es von vielen musikalischen Gedanken umgeben oder begleitet wird. Der Einleitungsgedanke wird bestimmend für den ganzen Satz. Die gleiche Kompositionsweise ist im zweiten Satz fast noch mehr zu bewundern. Mit seinen filigranen kontrapunktischen Episoden wird das Finale zur Krönung des Werks.

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