Mozart, Le nozze di Figaro

Von den Salzburger Festspielen mit Nikolaus Harnoncourt, Bo Skovhus, Dorothea Röschmann, Ildebrando D'Arcangelo, Anna Netrebko

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Beschreibung

Wie Rossinis "Barbier von Sevilla" basiert auch Mozarts Oper auf Beaumarchais' Komödie "Der tolle Tag". Auf dem Schloß des Grafen Almaviva soll die Hochzeit seines Dieners Figaro mit der Zofe Susanna gefeiert werden. Der Graf hat auf das ihm zustehende "jus primae noctis" verzichtet, was ihm aber angesichts der bildhübschen Braut schon wieder leid tut. Deshalb zögert er die Eheschließung immer wieder hinaus und stellt Susanna nach. Die Gräfin ist unglücklich, Figaro eifersüchtig. Andere Hauptpersonen sind der Page Cherubino, der für alle Mädchen schwärmt und die Gräfin anbetet; der intrigante Musikmeister Basilio und die ältliche Marcellina, der Figaro gegen ein Darlehen die Ehe versprochen haben soll und die sich schließlich als seine Mutter herausstellt. Am Ende des turbulenten Geschehens, nach einer Reihe von Intrigen, Verwicklungen und komischen Situationen, haben sich Graf und Gräfin wieder versöhnt - und Figaro und Susanne können endlich ihr junges Glück genießen. "Mit ihrer eigenwilligen Interpretation eröffnen Guth und Harnoncourt eine neue Sicht auf die für gewöhnlich leicht und turbulent in Szene gesetzte Oper: Die Zofe Susanne hat tatsächlich ein Verhältnis mit dem Grafen Almaviva, was sowohl ihrer Figur als auch dem gesamten Spiel eine zusätzliche Dimension verleiht. Das heitere Intrigenspiel, die klare Zuschreibung von Unschuld und Verrat ist aufgehoben; leicht sind hier nur die unzähligen Federn, die immer wieder von der Decke schweben und eine melancholische Stimmung zwischen Traum und Albtraum suggerieren. Schon bei der Ouvertüre läßt Dirigent Harnoncourt die Wiener Philharmoniker einen herben, aufwühlenden Klang anschlagen. Ungewöhnlich verzögerte Tempi unterlegen das Geschehen mit einer dunklen, unheimlichen Färbung. In hoch aufragenden Räumen erscheinen die Sänger als verlorene Figuren in einem unentrinnbaren Geschehen, das von einer neu eingeführten Figur gesteuert wird. Ob der akrobatisch tänzelnde Cherubim mit den kurzen weißen Flügeln tatsächlich als Glück bringender oder doch als schwarzer Engel die Fäden zieht im Spiel um Liebe und Treue, Verlust und Verrat, bleibt am Ende offen. Es ist ein düsteres Seelendrama, das sich da in der klaustrophobischen Atmosphäre des herrschaftlichen Hauses immer weiter dreht. Nicht Liebe und die Hoffnung auf Glück, sondern Ängste und Verzweiflung treiben die Figuren an. Guth findet zwingende Bilder und nimmt Anleihen aus der Welt des Films: Tote Raben, eine labyrinthisch angeordnete Treppe und irritierende Spiegelungen erinnern an Bergman oder Hitchcock. Guth und Harnoncourt eröffnen hier eine tief skeptische Sicht auf die Mozart-/Da Ponte-Oper: Glück ist nur in seiner Brüchigkeit zu haben, Liebe und Eros sind kurz aufflackernde Momente, die sich in kalten Obsessionen und Neurosen verlieren. Das Publikum ließ sich von dieser radikalen Deutung überzeugen, einzelne Buh-Rufe gegen den Dirigenten gingen im großen Applaus unter. Mit der Premiere wurde auch das zum neuen 'Haus für Mozart' umgebaute Kleine Festspielhaus seiner Bestimmung als Opernbühne übergeben." (dpa, ZEIT online 27.07.2006)

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