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Ein starbesetztes Solistenquartett sorgte für die entsprechende Präsentation des Meisterwerks. Mit Mozarts knapp einstündigem Requiem wählte man einen sanften und nachdenklichen Einstieg ins Festival, den Christian Thielemann auch genau so dirigierte.
Auf Samtpfoten ließ der Dirigent seine Sächsische Staatskapelle Dresden im Introitus an das Publikum heranschleichen und im Kyrie die Streicher unter dem Chor tänzeln. Nur nicht zu viel Pathos für das ohnehin schon mystisch aufgeladene Werk, an dem Mozart wortwörtlich verstarb. Mystik bedeutet Gottesnähe und nicht mythologische Unschärfe.
Tatsächlich stammen im Lacrimosa, dem berühmtesten Teil des Requiems, nur ganze acht Takte aus der Feder des Komponisten. Mozarts Witwe ließ das Werk bekanntlich von Franz Xaver Süßmayr, einem Freund und Schüler Mozarts fertigstellen.
Voller Andacht ließ Thielemann auch den Bachchor Salzburg an das Lacrimosa herantreten und Chor und Orchester erst ganz zuletzt ein bisschen die Muskeln spielen. Doch dies sollte ein kleiner Ausreißer in diesem sonst durch und durch detailgenauen, blitzblanken und höchst andächtigem Dirigat bleiben. Auch bei den hochkarätigen Solisten um Golda Schulz, Christa Mayer, Sebastian Kohlhepp und Rene Pape nahm sich niemand die Vorfahrt.
Zum Schluss dieser orchestralen Andacht hatte sich eine derart ehrfürchtige Stimmung über das Publikum gelegt, dass keiner so recht zu klatschen wagte. Nach den anfänglichen Berührungsängsten brach die Masse aber letztlich doch in Jubel und Applaus aus und feierte gebührend Dirigent, Orchester und Solisten sowie die gelungene Rückkehr der Osterfestspiele.

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