Mozart, Symphonie Nr. 38 D-Dur KV 504 "Prager"

Aus dem Wiener Musikverein mit Rafael Kubelík, Wiener Philharmoniker

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Beschreibung

Die Symphonie KV 504 ist ein Werk für Kenner, in dem sich Geschmack und Urteilsvermögen eines ganz bestimmten Publikums spiegeln: des Publikums von Prag, für das die Komposition gedacht war. Seit die böhmische Hauptstadt im Jahre 1786 mit der "Hochzeit des Figaro" ihren Hit gehabt hatte, war Mozart entschlossen, selbst die Stätte des Triumphes aufzusuchen. Im Gepäck hatte er die Symphonie D-Dur, die am 19. Januar 1787 uraufgeführt wurde. Sie entstand zwischen "Figaro" und "Zauberflöte" und hat ohne Frage mit diesen beiden Opern einiges gemein - bis hin zu dem Figaro-Zitat des Schlußsatzes. Überdies ist es ein Werk, in dem Mozart ganz so sein konnte, wie er war. Er schrieb also eine ausführliche und dramatische langsame Einleitung zu einem Kopfsatz, in dem er zeitweilig mit strengsten kontrapunktischen Führungen arbeitete. Von den Leistungen der Prager Blasinstrumentalisten wußte man allenthalben nur das Beste zu berichten. Demzufolge widmete Mozart auch ihnen einige besonders schöne Passagen. Rafael Kubelik war der Sohn des bekannten böhmischen Geigers Jan Kubelik. Er wurde 1914 geboren und erhielt seine musikalische Ausbildung in Prag; dort debütierte er als Zwanzigjähriger am Pult der Tschechischen Philharmonie, die zu den bedeutendsten Orchestern der Welt zählt. Später war er ihr Chefdirigent und gründete das bekannte Musikfestival "Prager Frühling". Nach dem Machtantritt der Kommunisten emigrierte Kubelik in den Westen; er kehrte erst nach dem Ende des Sozialismus in seine Heimat zurück. Von 1950 bis 1953 leitete er das Chicago Symphony Orchestra, von 1955 bis 1958 war er Musikdirektor an der Covent Garden Opera in London. Eine lange Zeit großer künstlerischer Erfolge begann 1961, als er in München, als Nachfolger von Eugen Jochum, Chefdirigent des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks wurde. Zahlreiche Schallplatten dokumentieren Kubeliks Kunstverstand und Souveränität, seine Freude an der Musik und sein Temperament. 18 Jahre dauerte die Verbindung mit dem Münchner Orchester; zwischendurch gab er ein kurzes Gastspiel als Musikdirektor der New Yorker Metropolitan Opera. 1979 suchte Kubelik mehr Zeit für sich und seine Tätigkeit als Komponist und leitete das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks nur noch als "ständiger Gastdirigent". Er schrieb mehrere Instrumentalkonzerte, Streichquartette, symphonische Werke und Opern. Doch Kubeliks Ruf als Komponist steht weit hinter seiner Bedeutung als Dirigent zurück; seine eigenen Werke werden vielleicht eines Tages für das Konzertrepertoire entdeckt. 1985 zog sich Kubelik vom Konzertpodium zurück; anläßlich des ersten Prager Frühlings nach der Wende, 1990, trat er allerdings nach über vierzig Jahren Exil noch einmal ans Pult der Tschechischen Philharmonie und dirigierte Smetanas Zyklus "Mein Vaterland". Seine tiefe Gefühlsverbundenheit mit seiner Heimat und ihren Komponisten war stets offenkundig. Rafael Kubelik war ein Vollblutmusiker. Jeder Auftritt wirkte spontan, impulsiv und freudig. Doch seine letzten Lebensjahre waren geprägt von den Schmerzen einer Erkrankung, die ihm das Dirigieren unmöglich machte. Im August 1996 starb Kubelik nach langem, schwerem Leiden 82jährig in Luzern. Diese Aufnahme entstand im Januar 1971 im Wiener Musikvereinssaal.

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