Verdi, Falstaff - 30.6., 19:00 Uhr

Live aus der Wiener Staatsoper mit James Conlon, Ambrogio Maestri, Christopher Maltman, Jinxu Xiahou, Olga Bezsmertna

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Beschreibung

Commedia lirica in drei Akten Wiederholungen: 1.7. 11:00 & 19:00 Uhr 2.7. 11:00 & 19:00 Uhr 3.7. 11:00 & 19:00 Uhr INHALT Sir John Falstaff, Ritter und Lebemann, der mehr gute Tage hinter als vor sich hat, ist am Ende seiner finanziellen Mittel angelangt. Doch kennt er weder Furcht noch Selbstzweifel und bricht zu neuen Abenteuern auf: Gleich zwei verheiratete Damen der Gesellschaft – Alice Ford und Meg Page – schreibt er gleichlautende feurige Liebesbriefe, zumal er sich neben amourösen Erfolgen vor allem finanzielle verspricht. Doch die Frauen erwidern das Interesse nicht, im Gegenteil: Empört schmieden sie einen Plan, den selbstgefälligen Ritter zu blamieren. Als Liebesbotin schicken sie Mrs. Quickly, die Falstaff zum angeblichen Stelldichein in Fords Haus einlädt. Parallel dazu verraten die Diener Falstaffs Ford, dem Ehemann von Alice, die Pläne ihres Herrn. Dieser rüstet sich ebenfalls zur Maskerade und erscheint bei Falstaff als „Signor Fontana“ und spiegelt vor, in Alice Ford – unerhört – verliebt zu sein. Der vorgetäuschte Plan: Der ,unwiderstehliche‘ Falstaff möge Alice verführen und sie so moralisch ins Wanken bringen. Erst einmal untreu geworden, wäre für Signor Fontana der Erfolg sicher. Der wahre Plan: Ford will Alice und Falstaff so der Untreue überführen. Nun überschlagen sich die Ereignisse: Falstaff erscheint bei Alice, doch aus dem spöttischen Spiel der Frauen wird Ernst. Eifersüchtig taucht Ford auf und Falstaff muss rasch entsorgt werden: Man kippt ihn in die Themse – und verspottet ihn lautstark. Doch damit nicht genug, noch einmal wird Falstaff an der Nase herumgeführt: Bei einem erneuten fingierten Stelldichein im Park (er soll als Schwarzer Ritter mit einem Geweih am Kopf erscheinen) bedrängt und drangsaliert ihn die als Elfen und Kobolde verkleidete Gesellschaft heftig. Doch auch Fords Plan, seine Tochter Nannetta mit dem kauzigen Dr. Cajus zu verheiraten, wird von den Frauen durchkreuzt: Inmitten des Chaos bekommt Nannetta den von ihr geliebten Fenton. Am Ende regiert das Gelächter: und die Erkenntnis der Lächerlichkeit des Lebens. ENTSTEHUNG Nach Otello wollte Verdi keine weitere Oper mehr verfassen. Doch Arrigo Boito, Komponist und Librettist, bekniete den greisen Komponisten und überzeugte ihn schließlich noch ein weiteres Musiktheaterwerk zu schreiben – eine Komödie. Boito verfertigte 1889 eine erste Librettoskizze und erarbeitete den Text der Oper zwischen 1889 und 1890 (mit einigen späteren Einschüben). Verdi verfasste die Musik in mehreren Anläufen und schloss die Partitur 1892 ab. Darüber hinaus gibt eine umfangreiche Verdi-Korrespondenz zu Besetzungs-, Ausstattungs- und Inszenierungsfragen zu Falstaff. ÜBER DEN ABEND Falstaff ist Verdis letzte Oper. Mit ihr versuchte sich der Komponist noch einmal am Genre der heiteren Oper, einer Gattung, die er seit seinem rund 50 Jahre zurückliegenden Misserfolg mit Un giorno di regno nicht mehr angerührt hatte. Librettist des Falstaff ist Arrigo Boito, ein Komponistenkollege (er schrieb unter anderem Mefistofele), der zahlreiche erfolgreiche Textbücher verfasste. Mit dieser Oper ist dem kongenialen Künstlergespann eine neue Form der musikalischen Komödie gelungen, die zwar in vielem – wie den Figurentypen – an die Tradition anknüpft, doch einen gänzlich anderen Weg nimmt: ein konventionsbefreites Werk, ungemein feinsinnig in seiner Struktur und seinen Querverbindungen, fernab vom plumpen Lachtheater. Basis war William Shakespeares Posse The Merry Wives of Windsor, das der Theaterautor – angeblich – in nur zwei Wochen auf Anweisung von Königin Elizabeth I. schrieb. Uraufgeführt wurde Falstaff 1893 an der Scala – wenige Tage nach der Uraufführung des ersten wirklich durchschlagenden Erfolges des jungen Giacomo Puccini, Manon Lescaut – damit hatte eine Art kompositorischer Generationenübergabe stattgefunden. Die Oper erzählt die Geschichte des heruntergekommenen Ritters Falstaff, der sich amouröse, vor allem aber finanzielle Zuwendungen seitens zweier verheirateter Damen erhofft, ungeschickt um diese wirbt und zuletzt an der Nase herumgeführt wird. Die Oper endet mit einer in die Musikgeschichte eingegangenen riesenhaften Fuge, in der das Fazit des Werkes – alles ist Narrheit auf Erden – musikalisch durchdekliniert wird. In Wien wurde Falstaff noch im Uraufführungsjahr 1893 an der Hofoper im Zuge eines Scala-Gastspiels gegeben. 1904 folgte die erste reguläre Eigenproduktion in deutscher Sprache unter Gustav Mahler. 4. Dezember 2016: Premiere der aktuellen Neuproduktion unter Zubin Mehta in der Inszenierung von Sir David McVicar.
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