Verdi, Giovanna d'Arco

Aus dem Teatro Regio di Parma mit Bruno Bartoletti, Svetla Vassileva, Renato Bruson, Evan Bowers, Luigi Petroni

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Beschreibung

Mailand 1845: Mit "Giovanna d'Arco", seiner siebten Oper, erzielt Giuseppe Verdi bei der Uraufführung am Teatro alla Scala in Mailand einen großen Publikumserfolg. Am Tag nach der Premiere schreibt er begeistert, sie sei "ohne Ausnahme und Zweifel die Beste" seiner bisherigen Opern. Allerdings zeigt Verdi sich mit der Inszenierung nicht einverstanden, was zu einem langjährigen Zerwürfnis mit dem Scala-Intendanten führt. Das Dramma lirico in einem Prolog und drei Akten behandelt das Leben von Jeanne d'Arc (Johanna von Orléans). Das Libretto stammt von Temistocle Solera, der für Verdi bereits die Textbücher zu "Oberto", "Nabucco" und "I Lombardi" verfaßt hat; ein Jahr nach "Giovanna d'Arco" folgt "Attila". Solera bedient sich dabei des Trauerspiels "Die Jungfrau von Orléans" von Friedrich Schiller, womit Verdi die erste seiner Schiller-Opern vertont. Es folgen "I Masnadieri" (Die Räuber), "Luisa Miller" (nach "Kabale und Liebe") und "Don Carlos". Im ganzen Stück ist die Figur der Giovanna dominant, der Verdi die in seiner kompositorischen Frühphase typischen, feinsten gesanglichen Verzierungstechniken abverlangt. Eventuell war "Giovanna d'Arco" zunächst als Chor-Tableau angelegt, doch veränderte der Komponist die Gewichtung zugunsten der Gesangskunst der Primadonna der Premiere, Erminia Frezzolini. Im Prolog erscheint dem französischen König Karl VII. im Traum eine Madonna, der er Schwert und Helm zu Füßen legen soll, damit sein Land endlich den Krieg gegen die Engländer gewinnen kann. Als er den Ort bei Tag aufsucht, erblickt er Johanna, die ihn überredet, mit ihr gemeinsam gegen England zu kämpfen. Nach einem tatsächlichen Sieg über die feindlichen Truppen dankt das französische Volk Johanna überschwenglich. Johannas Vater Giacomo glaubt jedoch, seine Tochter habe Zauberkräfte, beschuldigt sie vor allen Menschen der Ketzerei und fordert die Franzosen auf, sie als Hexe den Engländern auszuliefern. Diesen Verrat hat er bereits dem englischen Kommandeur Talbot versprochen, da dieser unbedingt der Person habhaft werden will, die die Franzosen immer aufs Neue zum Kampf motiviert. Der König erklärt Johanna seine Liebe; statt diese zu erwidern, wird Johanna durch Stimmen davon abgehalten, die ihre Jungfräulichkeit als wichtigstes Gut betonen. Als Johanna tatsächlich in englische Gefangenschaft übergeben wird, erkennt ihr Vater seinen Fehler, als er sie in inniges Gebet versunken beobachtet, und befreit sie. Sie eilen zum nächsten Schlachtfeld, wo die Franzosen unter Johannas Führung einen großen Sieg erringen. Doch die Jungfrau ist tödlich verwundet und stirbt im Angesicht des sich öffnenden Himmels, während der König und das Heer Johannas frühen Tod beklagen. Kein anderer Komponist hat eine so große künstlerische Entwicklung durchgemacht wie Giuseppe Verdi. An der immensen Schaffensbreite von "Oberto" bis "Falstaff" läßt sich die Operngeschichte des 19. Jahrhunderts exemplarisch verfolgen. Der Name Verdi wurde zum Synonym für italienische Oper. Er konnte in der Melodie alle menschlichen Gefühle darstellen, lockerte den starren Wechsel zwischen Szene und Arie, setzte die Singstimme wirkungsvoll ein und hatte ein Gespür für packende Dramatik. Sein Werk fasziniert die Touristen in der Arena von Verona ebenso wie die modernen Musiktheater-Regisseure, deren Aktualisierungen beweisen, wieviel Interpretationsarbeit ein gutes Kunstwerk verträgt. Der Musiker Verdi setzte neue Maßstäbe in der Oper, der Politiker Verdi engagierte sich für die Einheit und Unabhängigkeit seines Heimatlands; der Gefangenenchor aus "Nabucco" gilt als heimliche italienische Nationalhymne. Der Finanzier Verdi wußte aus seinem Talent Kapital zu schlagen, der Mäzen Verdi gründete in Mailand das berühmte Altersheim für Musiker. Und doch blieb er, wie er selbst sagte, ein Bauer, der sich auf seinem Landgut am wohlsten fühlte. Kein Wunder, daß eine Zeit lang fast kein Komponist an Verdi vorbeikam, wenn er sich auf das Gebiet der Oper wagte. "Verdisierung der Jungen" nannte Eduard Hanslick spöttisch diese Erscheinung, die erst mit Puccini, dem Verismo und der Wagner-Nachfolge ihr Ende fand.

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