Verdi, I Lombardi alla prima crociata

Aus dem Teatro Regio di Parma mit Daniele Callegari, Roberto De Biasio, Michele Pertusi, Cristina Giannelli, Dimitra Theodossiou

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Beschreibung

Die Komposition auf ein Libretto von Temistocle Solera entstand nach dem großen Erfolg des "Nabucco" und ist als Verdis vierte Oper ein interessantes Frühwerk auf seinem Weg zu künstlerischer Selbständigkeit und Weltruhm. "I Lombardi alla prima crociata" (Die Lombarden auf dem ersten Kreuzzug), uraufgeführt 1843 an der Mailänder Scala, spielt gegen Ende des 11. Jahrhunderts und bringt vor dem Hintergrund der Kreuzzüge die Rivalität der Brüder Arvino und Pagano um die Hand Viclindas auf die Bühne. Pagano unterlag im Streit und wurde nach einem Mordversuch am Bruder verbannt; Arvino nahm Viclinda zur Gattin. Zwar geloben die Brüder ihre Versöhnung, doch als Arvino die lombardischen Truppen auf dem Kreuzzug anführen soll, wittert Pagano neue Chancen und dringt in den Mailänder Palast der Familie ein, um Viclinda zu entführen. Aber statt des Bruders tötet er den Vater, wird gestellt und erneut in Verbannung geschickt. Arvinos Tochter Giselda wird in Antiochia im Harem des Tyrannen Acciano gefangengehalten. Dessen Sohn Oronte ist in Giselda verliebt. Die Kreuzfahrer erreichen Antiochia und dringen in den Harem ein; es geht das Gerücht um, Acciano und Oronte seien dabei getötet worden. Giselda weist daher ihren Vater als Mörder des Geliebten und dessen Vaters zurück. Doch Oronte wurde nur verwundet und begab sich, als Lombarde verkleidet, auf die Suche nach Giselda. Sie finden einander in Arvinos Zeltlager in der Nähe des Ölbergs und fliehen, doch Oronte stirbt in einer Grotte am Ufer des Jordan an seinen Verletzungen. Zuvor tauft ihn ein Einsiedler, der sich später als Pagano zu erkennen gibt und, tödlich verwundet, sterbend um Vergebung für seine Taten bittet. Die Kreuzfahrer haben Jerusalem erreicht. Kein anderer Komponist hat eine so große künstlerische Entwicklung durchgemacht wie Giuseppe Verdi. An der immensen Schaffensbreite von "Oberto" bis "Falstaff" läßt sich die Operngeschichte des 19. Jahrhunderts exemplarisch verfolgen. Der Name Verdi wurde zum Synonym für italienische Oper. Er konnte in der Melodie alle menschlichen Gefühle darstellen, lockerte den starren Wechsel zwischen Szene und Arie, setzte die Singstimme wirkungsvoll ein und hatte ein Gespür für packende Dramatik. Sein Werk fasziniert die Touristen in der Arena von Verona ebenso wie die modernen Musiktheater-Regisseure, deren Aktualisierungen beweisen, wieviel Interpretationsarbeit ein gutes Kunstwerk verträgt. Der Musiker Verdi setzte neue Maßstäbe in der Oper, der Politiker Verdi engagierte sich für die Einheit und Unabhängigkeit seines Heimatlands; der Gefangenenchor aus "Nabucco" gilt als heimliche italienische Nationalhymne. Der Finanzier Verdi wußte aus seinem Talent Kapital zu schlagen, der Mäzen Verdi gründete in Mailand das berühmte Altersheim für Musiker. Und doch blieb er, wie er selbst sagte, ein Bauer, der sich auf seinem Landgut am wohlsten fühlte. Kein Wunder, daß eine Zeit lang fast kein Komponist an Verdi vorbeikam, wenn er sich auf das Gebiet der Oper wagte. "Verdisierung der Jungen" nannte Eduard Hanslick spöttisch diese Erscheinung, die erst mit Puccini, dem Verismo und der Wagner-Nachfolge ihr Ende fand.

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