Verdi, Il Trovatore

Aus dem Teatro Regio di Parma mit Yuri Temirkanov, Claudio Sgura, Teresa Romano, Marcelo Álvarez, Mzia Nioradze

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Beschreibung

Mit dem Erfolg seiner Oper "Rigoletto" begann 1851 für Giuseppe Verdi ein neuer Abschnitt in seiner Laufbahn: Nun mußte er nicht mehr unter Zeitdruck mit jedem Bühnenwerk um Anerkennung und Erfolg kämpfen; er war etabliert genug, um langsamer arbeiten zu können. "Il Trovatore" war sein erstes Projekt eigener Wahl ohne den Auftrag eines Theaters. Als Vorlage diente das spanische Theaterstück "El Trovador" von Antonio García Gutiérrez (1812-84). Als "Il Trovatore" im Januar 1853 in Rom mit großem Beifall uraufgeführt wurde, arbeitete Verdi bereits an seinem nächsten Welterfolg: "La Traviata". Die Handlung des "Troubadour" wird oft als hoffnungslos verworren bezeichnet; sie geht zurück auf den Feudalstreit, der 1410 um den Thron Aragóns entbrannte und sich zum Bürgerkrieg ausweitete. Zwei gegnerische Parteien treffen dort aufeinander: der zum König gekürte Infant Fernando von Kastilien und dessen Widersacher Graf Urgel, in Verdis Oper repräsentiert durch Graf Luna und den Troubadour Manrico. Berücksichtigt man ferner, daß einige wichtige Ereignisse der Handlung nicht auf der Bühne gezeigt, sondern nur in Erzählungen berichtet werden, verläuft die Handlung recht übersichtlich: Vorgeschichte Zu Beginn des 15. Jahrhunderts wird Spanien von Kämpfen um die Krone von Aragón erschüttert. Auf der Seite des Königs kämpft der junge Graf Luna, auf Seite der Rebellen der Troubadour Manrico. Vor etwa zwei Jahrzehnten ließ der alte Graf Luna eine Zigeunerin als Hexe verbrennen. Ihre Tochter Azucena raubte als Rache den Bruder des jungen Graf Luna, verbrannte jedoch in ihrer Verwirrung ihren eigenen Sohn und zog das entführte Kind (Manrico) groß. I. Akt Lunas Hauptmann Ferrando erzählt den Soldaten die Geschichte von der Zigeunerin. - Graf Luna liebt Leonora, doch ihr Herz gehört Manrico. Als die beiden Rivalen aufeinandertreffen, kommt es zum Duell. Zwischenhandlung Manrico siegt im Kampf gegen Luna, doch eine innere Stimme hält ihn davon ab, den Gegner zu töten. Bald darauf schlägt Luna vernichtend die Truppen Manricos, der von nun an als tot gilt. Azucena pflegt ihn jedoch gesund. II. Akt Azucena erzählt Manrico die Geschichte von ihrer Mutter und dem geraubten Kind. - Manrico erfährt, daß Leonora, die ihn für tot hält, ins Kloster eintreten will. Er macht sich auf den Weg, um sie zu entführen, und trifft dort auf Lunas Leute, die den gleichen Plan verfolgen. Manrico und Leonora gelingt die Flucht. III. Akt Luna bereitet einen Angriff gegen Manricos Truppen vor. Seine Soldaten haben Azucena gefangengenommen. Er beschließt, Manrico eine Falle zu stellen, indem er Azucenas Verbrennung vortäuscht. - Während der Hochzeit mit Leonora erfährt Manrico vom Schicksal seiner Mutter und eilt mit seinen Männern fort, um sie zu retten. Zwischenhandlung Manricos Truppen unterliegen; Leonora gelingt die Flucht. Graf Luna wird mit hohen Vollmachten ausgestattet und läßt Manrico und Azucena einkerkern. IV. Akt Leonora will bei Luna die Freilassung Manricos mit dem Versprechen ihrer Liebe erkaufen. Dann nimmt sie heimlich Gift und stirbt. Luna durchschaut ihre List und läßt Manrico sofort hinrichten. Dann erfährt Luna von Azucena, daß Manrico sein lange gesuchter Bruder gewesen ist. Kein anderer Komponist hat eine so große künstlerische Entwicklung durchgemacht wie Giuseppe Verdi. An der immensen Schaffensbreite von "Oberto" bis "Falstaff" läßt sich die Operngeschichte des 19. Jahrhunderts exemplarisch verfolgen. Der Name Verdi wurde zum Synonym für italienische Oper. Er konnte in der Melodie alle menschlichen Gefühle darstellen, lockerte den starren Wechsel zwischen Szene und Arie, setzte die Singstimme wirkungsvoll ein und hatte ein Gespür für packende Dramatik. Sein Werk fasziniert die Touristen in der Arena von Verona ebenso wie die modernen Musiktheater-Regisseure, deren Aktualisierungen beweisen, wieviel Interpretationsarbeit ein gutes Kunstwerk verträgt. Der Musiker Verdi setzte neue Maßstäbe in der Oper, der Politiker Verdi engagierte sich für die Einheit und Unabhängigkeit seines Heimatlands; der Gefangenenchor aus "Nabucco" gilt als heimliche italienische Nationalhymne. Der Finanzier Verdi wußte aus seinem Talent Kapital zu schlagen, der Mäzen Verdi gründete in Mailand das berühmte Altersheim für Musiker. Und doch blieb er, wie er selbst sagte, ein Bauer, der sich auf seinem Landgut am wohlsten fühlte. Kein Wunder, daß eine Zeit lang fast kein Komponist an Verdi vorbeikam, wenn er sich auf das Gebiet der Oper wagte. "Verdisierung der Jungen" nannte Eduard Hanslick spöttisch diese Erscheinung, die erst mit Puccini, dem Verismo und der Wagner-Nachfolge ihr Ende fand.

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