Verdi, Un ballo in maschera

Aus dem Teatro Regio di Parma mit Gianluigi Gelmetti, Francesco Meli, Vladimir Stoyanov, Kristin Lewis, Elisabetta Fiorillo

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Beschreibung

Boston, gegen Ende des 17. Jahrhunderts. Eine Gruppe Verschwörer plant den Sturz des Gouverneurs Riccardo. Dieser hat ein Verhältnis mit Amelia, der Ehefrau seines Vertrauten und Sekretärs Renato. Bei einem nächtlichen Rendezvous in einsamer Gegend soll Riccardo überfallen und ermordet werden. Renato warnt ihn und geleitet die verschleierte Amelia nach Hause. Als das Geheimnis gelüftet wird, schwört Renato Rache und verabredet sich mit den Gegnern des Gouverneurs. Vom Pagen Oskar erfahren die Verschwörer, in welchem Kostüm Riccardo zum Maskenball erscheinen wird... Im März 1792 wurde der schwedische König Gustav III. während eines Maskenballs in Stockholm ermordet. Eugčne Scribe brachte das tragische Ereignis, mit einer Liebesgeschichte angereichert, auf die Schauspielbühne, vertont wurde sein Stück 1833 von Auber. Als Verdi 1856 vom Teatro San Carlo in Neapel den Auftrag zu einer Oper erhielt, griff er auf die Geschichte zurück und ließ Antonio Somma das Libretto nach seinen Anforderungen umarbeiten. Inzwischen waren allerdings Attentate auf die Könige Ferdinand II. und Napoleon III. verübt worden, und die Zensur in Neapel lehnte die Oper ab: Ein Königsmord durfte nicht auf der Bühne gezeigt werden. Um die Aufführung zu retten, erklärt Verdi sich bereit, die Handlung außerhalb Europas zu verlegen: Nun wird der Gouverneur von Boston das Opfer einer Intrige. Die Uraufführung der Oper erfolgte schließlich 1859 in Rom. Die Musik beider Fassungen ist - abgesehen von kleinen Unterschieden wie "Conte" (Graf) statt "Re" (König) - gleich und zählt zum Besten, das Verdi für die Opernbühne geschrieben hat. Obwohl die Form der Oper streng in "Nummern" wie Arie, Duett etc. eingeteilt ist, erreicht er eine packende Dramatik, und die hohe Qualität der Musik läßt leicht über manche Mängel des Librettos hinweghören. Lange Zeit wurde "Un ballo in maschera" ausschließlich mit der in Amerika spielenden Handlung aufgeführt, erst um die Mitte des 20. Jahrhunderts erfolgte eine Rückbesinnung auf den ursprünglichen Schauplatz Stockholm. Doch die in den USA spielende Geschichte wird ebenso aufgeführt - wie in dieser Produktion aus dem Teatro Regio di Parma. Die Inszenierung von Massimo Gasparon geht auf eine Produktion des italienischen Regisseurs, Bühnen- und Kostümbildners Pierluigi Samaritani (1942-1994) zurück.

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