Wagner, Brünnhilde (Ring-Trilogie)

Aus dem Theater an der Wien mit Constantin Trinks, Ingela Brimberg, Aris Argiris, Daniel Brenna, Ann-Beth Solvang

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Beschreibung

Sein Opus magnum, die Ring-Tetralogie, hat Richard Wagner ganze 26 Jahre seines Lebens beschäftigt, gemartert und enthusiasmiert: Vom ersten Entwurf eines Siegfried-Dramas mit dem Titel Siegfrieds Tod im Revolutionsjahr 1848 bis zur Vollendung der Götterdämmerung-Partitur 1874 verging – wenn auch mit beträchtlichen Unterbrechungen – ein Vierteljahrhundert. Wagner hat seine Nibelungen-Erzählung also kurioserweise vom Ende her begonnen, dem dann immer mehr notwendige Vorgeschichte bis hin zum Rheingold zugewachsten ist. Kein Wunder, dass bei dieser langwierigen, mäandernden Entstehung Sprünge, Brüche und Lücken im komplexen Handlungsgewebe auftauchen, die viel Raum für Interpretation lassen. Der Ring ist Weltendrama, Menschheitsgeschichte und Kapitalismuskritik; er erzählt von Machthunger und Machtmissbrauch, von Geldgier, Zerstörungslust und vom ewigen Kreislauf der Gewalt sowie nicht zuletzt von einer Familientragödie, welche die Geschichte dreier Generationen umspannt. Die Ring-Trilogie, die eigens für das Theater an der Wien entwickelt wurde, geht der Frage nach, wie Handeln und Schuld der Groß-vätergeneration, sprich Wotan und Alberich, das Leben der folgenden Generationen – auf politischer wie privater Ebene – bestimmt; wie die Jüngeren den Folgen dieser Taten nicht entkommen, auch wenn sie sich verzweifelt dagegen stemmen und aufbegehren; wie sie sich umso mehr verstricken, je mehr sie kämpfen. Deshalb wagt diese Ring-Version etwas völlig Neues: Um die Geschichte des Rings aus der Perspektive der Jüngeren zu erzählen, so dass Hagen, Siegfried und Brünnhilde ins Zentrum rücken, wurden einige Szenen gestrichen und andere Teile des Rings neu zusammengesetzt. Jeder Abend beginnt – wie ursprünglich bei Wagner selbst – mit der finalen Katastrophe, dem Mord an Siegfried, um anschließend in die Erinnerungen der verschiedenen Figuren einzutauchen. *** Brünnhilde Dritter Abend Ein Mord geschieht: Brünnhilde, die Tochter Wotans, schaut zu, wie Siegfried – der Mann, den sie liebt – von Hagen ermordet wird. Sie erinnert sich an die letzte Auseinandersetzung mit ihrem Vater. Die wilde Walküre und ausgesprochene Lieblingstochter Wotans hatte sich seinem Befehl widersetzt und das Liebespaar Siegmund und Sieglinde im Kampf gegen Hunding retten wollen. Weil Wotan ihr diesen emanzipatorischen Ungehorsam nicht verzeihen konnte, wollte er Brünnhilde grausam bestrafen. Sie sollte, von allem isoliert, in Schlaf versetzt werden – jedem Mann, der sie fände, wehrlos ausgeliefert. Erst als Wotan erfuhr, dass Sieglinde mit dem nächsten Helden Siegfried schwanger sei, wandelte er die Strafe: die schlafende Brünnhilde schütze durch ein Feuerkreis, den allein ein „furchtlos freiester Held“ durchbrechen könnte. Dies konnte nur Siegfried sein. Seit er sie erweckt hat, fühlt sich Brünnhilde ihrem Geliebten Siegfried so untrennbar verbunden, dass sie ihn „zu neuen Taten“ in die Welt hinausschickt. Zum Abschied schenkt ihr Siegfried den Ring. Waltraute, eine Walküren-Schwester von Brünnhilde, sucht sie heimlich auf, um ihr vom desaströsen Zustand Wotans und der Welt zu berichten. Brünnhilde soll den Rheintöchtern den Ring zurückgeben, doch diese weigert sich, für Wotans alte Fehler einzustehen. Sie besteht auf ihrem Liebespfand. Ein Fremder taucht auf, überwältigt Brünnhilde und entreißt ihr den Ring. Es ist Siegfried, der mittels des Tarnhelms die Gestalt Gunthers angenommen hat. Er holt Brünnhilde als Braut für seinen Blutsbruder. Als am nächsten Tag die neuen Paare Siegfried-Gutrune und Gunther-Brünnhilde am Gibichungenhof zur Doppelhochzeit schreiten, wird der grausame Betrug offenbar. Brünnhilde erhebt Anklage gegen Siegfried, der jedoch schwört, seinen Blutsbruder nicht hintergangen zu haben. Auf der Jagd begegnet Siegfried am nächsten Tag den Rheintöchtern, die rätselhafte Prophezeiungen machen und ihn vergeblich bitten, ihnen den Ring zurückzugeben. Kurz darauf trifft er auf die restliche Jagdgesellschaft: Hagen, Gunther und die Mannen. Als Hagen Siegfried einen Zaubertrank verabreicht, kehrt dessen Erinnerung zurück, so dass Siegfried seine Lebensgeschichte bis zur Begegnung mit Brünnhilde erzählt. Damit wird Siegfrieds (unwissentlich begangener) Meineid offenbar – Hagens Intrige ist vollendet. Er ermordet Siegfried hinterrücks und alle schauen zu. Während Gutrune eine schlaflose Nacht hat und schon von schlimmen Ahnungen gequält wird, bringt ihr Hagen Siegfrieds Leiche. Als Hagen versucht, sich den Ring wieder zu eigen zu machen, kommt es zum Kampf mit Gunther, der schließlich fällt. Brünnhilde bestattet Siegfried auf den Trümmern der alten Welt und macht mit allem ein Ende. – Die Hoffnung auf eine neue Welt tut sich auf.

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