Wagner, Parsifal

Von den Bayreuther Festspielen mit Horst Stein, Siegfried Jerusalem, Eva Randová, Hans Sotin, Bernd Weikl

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Beschreibung

Der Gral, ein heiliges Gefäß, aus dem Jesus beim letzten Abendmahl getrunken hat, und der Speer, mit dem der sterbende Christus verletzt worden war, bestimmten bisher als Symbole des Glaubens das Leben der Ritterschaft in der Gralsburg. Doch der Zauberer Klingsor wurde aus der Runde ausgeschlossen und sinnt seitdem auf Rache. Beim Versuch, selbst Besitzer des Grals zu werden, ließ er den König Amfortas von der geheimnisvollen schönen Kundry verführen und entriß ihm den heiligen Speer; die dabei entstandene Wunde des Gralskönigs heilt nicht. Erst ein "reiner Tor" kann Amfortas "durch Mitleid wissend" von seinem Leiden erlösen. Dieser herbeigesehnte Retter ist Parsifal, doch er wird zunächst von den Gralsrittern nicht erkannt und zieht weiter in Klingsors Reich. Dort soll Kundry auch ihn verführen, doch sie bewirkt, daß er sich seiner Persönlichkeit und seiner Aufgabe bewußt wird: Er ergreift den Speer, den Klingsor nach ihm wirft, und macht sich auf den Weg zur Gralsburg. Als er dort, Jahre später, an einem Karfreitag ankommt, bringt er der Ritterschaft die ersehnte Erlösung: Speer und Gral sind wieder vereint, und auch die Wunde des Amfortas schließt sich endlich. Richard Wagners letzte Oper geht zwar auf Wolfram von Eschenbachs Epos "Parzival" und andere, ältere Quellen um die Gralslegende zurück, doch Wagner hat aus diesem Material eine neue Parsifal-Dichtung geschaffen, in der Elemente von Christentum, Buddhismus und Schopenhauerscher Philosophie nebeneinander vorkommen und wie eine Zusammenfassung Wagners Geisteswelt repräsentieren - "Parsifal" ist viel mehr als nur ein Zeugnis christlichen Glaubens, wie die Bezeichnung "Bühnenweihfestspiel" zunächst vermuten ließ. 30 Jahre lang durfte gemäß einer Anordnung Wagners kein Theater außer Bayreuth "Parsifal" aufführen; erst ab 1914 verbreitete sich das Werk über die Opernhäuser der Welt. Die großenteils vorherrschende sakrale Atmosphäre der Musik erreichte Wagner durch eine Instrumentierung nach dem Vorbild der Orgelregistrierung, die die Instrumente oft in Gruppen (Holz-, Blechbläser, Streicher) einsetzt. Die leitmotivische Arbeit ist in Parsifal weniger dicht als im "Ring des Nibelungen"; dem blendenden Wohlklang der Gralswelt steht eine ausgefeilte chromatische Harmonik gegenüber, die z.B. (in der Schilderung von Parsifals Herumirren in der öden Landschaft) im Vorspiel zum 3. Aufzug die Zwölftonmusik der Neuen Wiener Schule vorwegnimmt (ebenso wie Wagner in der Szene Kundry-Parsifal des 2. Aufzugs Sigmund Freuds Erkenntnisse der Psychoanalyse vorweggenommen hat).

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