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Böhmen, nach dem Dreißigjährigen Krieg. Der Jägerbursche Max liebt Agathe, die Tochter des Erbförsters Kuno. Max, sonst ein hervorragender Schütze, hat ein Wettschießen verloren. Er ist verzweifelt, da er am nächsten Tag ein Probeschießen bestehen muß, um Agathes Hand und die Würde des Erbförsters zu erringen. Der unheimliche Kaspar hat seine Seele dem Teufel verkauft, der von ihm die Zuführung eines neuen Opfers verlangt. Kaspar erzählt Max von der Möglichkeit, Kugeln zu gießen, die ihr Ziel niemals verfehlen. Der sieht keinen anderen Ausweg und läßt sich darauf ein. Um Mitternacht in der Wolfsschlucht gießt Kaspar sieben "Freikugeln". Max weiß jedoch nicht, daß nur sechs ihm gehören sollen. Mit der siebenten will der "schwarze Jäger Samiel" Agathe mitten ins Herz treffen. Max hat das Probeschießen fast schon erfolgreich beendet. Auf Befehl des Fürsten soll er mit der siebenten Kugel nun noch auf eine weiße Taube zielen. Agathe beschwört ihn, es nicht zu tun. Max drückt aber ab. Durch das Eingreifen eines frommen Eremiten und aufgrund der unerschütterlichen Tugend des Mädchens wird die Kugel auf Kaspar gelenkt. Bevor er stirbt, enthüllt er den Zauber. Max wird verziehen, nach einem Jahr der Bewährung darf er Agathe zur Frau nehmen.

"Ich versuche," sagte Regisseur Vicco von Bülow alias Loriot in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung, "diese Oper wirklich ernst zu nehmen, das Grauen, das Unheimliche, das Gläubige und den deutschen Wald zu inszenieren." 1988 brachte Deutschlands feinsinnigster Humorist die deutsche "Nationaloper" für die Ludwigsburger Festspiele auf die Bühne. Für Loriot sei 'Der Freischütz' "eine Mischung aus Komik, Ernsthaftigkeit, Romantik und tiefer Religiosität." Allerdings ist die Komik nicht der Leitgedanke seiner Inszenierung. Er erzählt die Geschichte wie ein Märchen aus einem romantischen Bilderbuch, teilweise geheimnisvoll, symbolhaft bis romantisch-märchenhaft. Star der Aufführung waren neben den prächtigen, teilweise an Caspar David Friedrich erinnernden Bühnenbildern, das großartige Sänger-Ensemble und das glänzend aufgelegte Orchester unter seinem Dirigenten und Festspielchef Wolfgang Gönnenwein. Hervorzuheben unter der strahlenden Sängerriege sind Uwe Heilmann als Max, Ulrike Sonntag als Ännchen und Nancy Johnson als Agathe.

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